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Leyla Zana, die Symbolfigur der Kurden, ist in Brüssel

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Leyla Zana, die Symbolfigur der Kurden, ist in Brüssel

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Nach zehn Jahren Haft war die erste kurdische Abgeordnete in der Türkei im Juni mit drei weiteren Parteimitgliedern auf freien Fuß gesetzt worden. Das oberste Berufungsgericht in Ankara kam damit einer langjährigen Forderung der Europäischen Union nach. Zana war 1994 wegen Zugehörigkeit zu einer “illegalen Organisation” zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Sie hatte sich im türkischen Parlament offen und in kurdischer Sprache dafür eingesetzt, die Situation der Kurden in der Türkei zu verbessern. Leyla Zana wurde 1995 mit dem Sacharow-Preis, dem Menschenrechtspreis des Europaparlaments, ausgezeichnet. Ihr Mann Mehdi Zana nahm den Preis ein Jahr später in Empfang. Der deutsche Abgeordnete Klaus Hänsch, damals Parlamentspräsident, hatte Zana als eine Frau mit besonderem Mut, starkem Willen, einer außerordentlichen Intelligenz und einem ungewöhnlichen Durchhaltevermögen gelobt. Aus dem Gefängnis heraus hatte Zana sich für die Auszeichnung bedankt und erklärt, ihr Engagement ziele darauf, dass Freiheit und Menschenrechte auch dem kurdischen Volk zuteil werden müssten, damit dieses seine eigene Identität legitim leben könne.