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Kroatien will Hindernisse für einen EU-Beitritt aus dem Weg räumen

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Kroatien will Hindernisse für einen EU-Beitritt aus dem Weg räumen

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Vor dem Hintergrund eines gewünschten Beitritts in die Europäische Union sucht Kroatien auch nach Lösungen für den andauernden Grenzkonflikt mit Slowenien. Noch im September war der Streit um einen bislang nicht definierten Grenzverlauf in der Region Istrien mit der vorübergehenden Festnahme mehrerer slowenischer Politiker durch die kroatische Polizei angeheizt worden. Die Regierung in Ljubljana hatte daraufhin jegliche Unterstützung für einen EU-Beitritt Kroatiens abgelehnt. Der kroatische Außenminister Miomir Zuzul erklärt, worum es bei diesem Grenzstreit geht. Slovenien wolle Zugang zum Meer haben, sagt er, aber Kroatien wolle die Grenze zu Italien nicht aufgeben. Das sei der Grund des Problems. Wenn Slovenien die Souveränität bis zum Meer habe, hätte Kroatien keine Grenze mehr zu Italien und daraus ergäben sich weitere Probleme. Doch all dies sei nicht wichtig genug, um daraus einen ernsten Konflikt zwischen zwei befreundeten Ländern entstehen zu lassen. Im kommenden Jahr sollen die Beitrittsverhandlungen mit Kroatien aufgenommen werden. Ein Hindernis stellt die nach Ansicht der EU immer noch mangelhafte Zusammenarbeit mit dem Internationalen Kriegsverbrechertribunal in Den Haag dar. EU-Kommissionpräsident Romano Prodi, hier mit dem kroatischen Präsidenten Stepan Mesic, betonte, die EU könne die Verhandlungen jederzeit abbrechen, sollte Kroatien den Demokratisierungsprozess nicht vorantreiben.