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Schröder bei Gadafi

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Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder ist in Tripolis angekommen. Staatschef Muammar Gadafi begrüßte Schroeder als ersten deutschen Regierungschef. Am Montag hatten die Eu-Außenminister das Ende jahrelanger Sanktionen beschlossen. Das Waffenembargo wird gelockert. Zuvor hatte Libyen zugesagt, die Opfer zweier Attentate in Lockerbie und Berlin zu entschädigen. Beide Attentate werden libyschen Drahtziehern zur Last gelegt. Gadhafi fordert im Gegenzug Hilfe beim Beseitigen der deutschen Minen aus dem Zweiten Weltkrieg.

Schröders zweitägige Libyen-Reise soll vor allem die Wirtschaftsbeziehungen beleben. Zwei Dutzend deutsche Manager begleiten den Kanzler. Rund tausend Kilometer südöstlich der Hauptstadt Tripolis startet Schröder heute eine neue Erdöl-Produktion des deutschen Unternehmens Wintershall. Die BASF-Tochter ist einer der führenden ausländischen Ölproduzenten in Libyen und hat bisher 1,2 Milliarden Euro in die Ölsuche investiert.

Deutschland ist Libyens zweitgrößter Handelspartner nach Italien, Libyen Deutschlands viertgrößter Öllieferant. Im April hatten die USA nach drei Jahrzehnten ihre Sanktionen und damit die internationale Isolation des Landes beendet.