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Kyoto ist doch nicht tot

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Kyoto ist doch nicht tot

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Das russische Parlament hat dem Kyoto-Protokoll zum Durchbruch verholfen: Die Duma ratifizierte das internationale Klimaschutzabkommen und sorgte so dafür, dass es auch ohne die USA in Kraft treten kann. Denn laut Vertrag müssen mindestens 55 Staaten das Protokoll ratifizieren, die zusammen mindestens 55 Prozent der Treibhausgase in den Industrieländern verursachen.

Nach dem klaren Votum von 334 zu 73 Gegenstimmen gilt die Bestätigung durch die obere Kammer und den Präsidenten eher als Formsache. Als weltweit zweitgrößter Emittent von Treibhausgasen verpflichtet sich Russland dann wie die übrigen Mitglieder, bis 2012 seinen Ausstoß um mindestens 5,2 Prozent zu senken. Bezugsgröße ist der Stand von 1990. Während die Gegner dadurch Nachteile für die Wirtschaft fürchten, setzen die Befürworter auf den Handel mit Emissionsrechten. Noch nutzt Russland seine Quoten nicht aus und könnte diese weiterverkaufen. Im Kampf gegen die Erderwärmung wurde das russische Votum von der Europäischen Kommission und Umweltorganisationen begrüßt – begleitet vom Appell an die USA als größtem Luftverschmutzer, nachzuziehen. Doch da Bush wie Kerry das Protokoll ablehnen, dürfte daraus nichts werden…