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Parlamentswahlen im Kosovo: Serbische Politiker rufen zum Boykott auf

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Parlamentswahlen im Kosovo: Serbische Politiker rufen zum Boykott auf

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Im Kosovo wird heute ein neues Parlament gewählt. Es ist der zweite Urnengang seit dem die Provinz Serbien-Montenegros 1999 unter UN-Verwaltung gestellt wurde. Der albanischen LDK, der Partei von Präsident Ibrahim Rugova, werden die besten Chancen eingeräumt auch diesmal wieder stärkste Kraft im 120 Sitze umfassenden Parlament zu werden. Die LDK verspricht Freiheit, Unabhängigkeit und Demokratie.

Die zweitstärkste Partei, die PDK um den früheren UCK-Sprecher Hashim Thaci, wirbt mit dem Versprechen, die Arbeitslosigkeit um gut 30 % zu reduzieren. Insgesamt treten 33 Parteien und Einzelpersonen zu den Wahlen an. Auf den Stimmzetteln finden die 1,3 Millionen Wahlberechtigten überwiegend albanische Parteien. Es treten nur zwei serbische und zwei bosnische Parteien für die Minderheiten im Kosovo an. Überschattet werden die Wahlen von einem Boykottaufruf serbischer Politiker. Die Serben, die 10 % der Gesamtbevölkerung im Kosovo ausmachen, sehen sich mit gerade einmal zehn Sitzen im Parlament von Pristina nicht genügend repräsentiert und fürchten die Unabhängigkeitsbestrebungen der führenden Albanerparteien. Aus Angst vor erneuten Unruhen zwischen den ethnischen Gruppen wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Serbische Polizisten sollen bei den Serben ein Gefühl von Sicherheit verbreiten. Die KFOR-Schutztruppen wurden noch einmal um rund 1.500 auf 19.300 Mann aufgestockt.