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Stimmabgabe unter UN-Aufsicht

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Stimmabgabe unter UN-Aufsicht

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Im Kosovo haben die Wahlen für ein neues Parlament begonnen. 1,3 Millionen Menschen sind aufgerufen, ihre 120 politischen Vertreter zu bestimmen. 33 Parteien und 60 Einzelpersonen sind zu den Wahlen angetreten, darunter aber jeweils nur zwei Parteien der bosnischen und der serbischen Minderheit.

Es ist der zweite Urnengang seitdem die Provinz Serbien-Montenegros 1999 unter UN-Verwaltung gestellt wurde. Die Spannungen zwischen der albanisch-stämmigen Mehrheit und der serbischen Minderheit halten noch immer an. Zuletzt hatten sie sich im März in anti-serbischen Unruhen entladen, bei denen 19 Menschen starben. Die KFOR-Schutztruppen im Kosovo wurden für die Wahlen noch einmal auf rund 19.000 Mann aufgestockt. Ein Teil der serbischen Politiker hat deshalb zum Boykott der Wahl aufgerufen. Die Serben, die 10 % der Gesamtbevölkerung im Kosovo ausmachen, sehen sich mit gerade einmal zehn Sitzen im Parlament von Pristina nicht genügend repräsentiert. Und sie fürchten die Dominanz und die Unabhängigkeitsbestrebungen der führenden Albanerparteien. Die Demokratische Partei des Kosovo, PDK, um den früheren Guerillaführer Hashim Thaci liefert sich ein Kopf an Kopf-Rennen mit der Demokratischen Liga LDK von Präsident Ibrahim Rugova. Thaci verspricht, die grassierende Arbeitslosigkeit von rund 60 Prozent schnell halbieren zu wollen, Rugova steht für Freiheit, Unabhängigkeit und Demokratie. Die ethnisch zerstrittene und wirtschaftlich am Boden liegende Provinz ist bislang Teil von Serbien-Montenegro. Im Laufe des nächsten Jahres soll sich zeigen, ob die Mehrheit der Bevölkerung die Unabhängigkeit des Landes wünscht.