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Die Hälfte der Männer auf Pitcairn des sexuellen Missbrauchs schuldig

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Die Hälfte der Männer auf Pitcairn des sexuellen Missbrauchs schuldig

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Im Prozess um sexuellen Missbrauch von Kindern auf der Pazifikinsel Pitcairn sind sechs der sieben Angeklagten schuldig gesprochen worden, darunter der Insel-Bürgermeister Steve Christian. Er ist ein Nachfahre von Fletcher Christian, dem Anführer der Meuterei auf der Bounty vor mehr als zweihundert Jahren. Das zu Großbritannien gehörenden Eiland, auf halbem Weg zwischen Neuseeland und Südamerika gelegen, hat nur 47 Einwohner. Mit den sieben Angeklagten musste sich rund die Hälfte der erwachsenen männlichen Bevölkerung verantworten.

Der Prozess wurde im Gemeindehaus von Pitcairn abgehalten. Einige der heute erwachsenen Opfer machten ihr Aussagen per Videoschaltung. Die Ehefrau eines Angeklagten sagte, die Männer als Kinderschänder vorzustellen, sei völlig falsch. Die Angeklagten verteidigten sich mit dem Argument, Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen sei auf der Insel jahrhundertelange Tradition. Fletcher Christian war hier 1790 mit einigen Gefolgsleuten und 12 Frauen aus Tahiti an Land gegangen. Nun soll das höchste Berufungsgericht in London über die Zuständigkeit der britischen Justiz entscheiden.