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Weiter Proteste von Siedlern in Israel

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Weiter Proteste von Siedlern in Israel

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Im israelischen Außenposten Bush Katif im Gaza-Streifen haben jüdische Siedler die Rückzugsanordnung der Regierung von Ariel Scharon verbrannt. Sie demonstrierten damit gegen die Entscheidung des Kabinetts von Scharon am Sonntag, alle 8.800 Siedler aus dem Gaza-Streifen und einen Teil der im Westjordanland lebenden Israelis zurückzurufen. “Wir werden Gush Katif nicht verlassen, wir gehen nirgendwo hin. Hier ist unser Zuhause. Wir verbrennen einfach diese scheußlichen Briefe”, sagt eine Siedlerin.

Israel hatte die mehrheitlich von Palästinensern bewohnten Gebiete im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt und mit Siedlungen gesichert. Während alle 21 Außenposten im Gaza-Streifen aufgelöst werden sollen, plant Scharon nur 4 der 120 Siedlungen im Westjordanland aufzulösen. Zwischen 160.000 und 300.000 Euro soll jede Familie erhalten, die ihr Zuhause in den Siedlungen aufgibt. Viele religiös-national gesinnten Siedler lehnen die Pläne ab, die von den USA und der Europäischen Union aber als Voraussetzung für einen Friedensprozess angesehen werden.

“Vielleicht gibt es morgen eine Mehrheit für den Abzug, aber es wird ein trauriger und gefährlicher Tag für Israel werden. Diese Regierung wird sich nicht lange halten und nicht mehr lange funktionieren”, sagt Ephraim Eitam von der Nationalreligiösen Partei. Eine Mehrheit der Israelis unterstützt aber die Rückzugspläne, wie diese Demonstranten am Montagabend in Jerusalem: “Wir müssen nicht im Gaza-Streifen sein, er gehört uns nicht. Es ist nicht das Land unserer Väter und Mütter. Wir haben dort nichts zu suchen bei den 1,2 Millionen Palästinensern, die dort leben”, sagt eine Demonstrantin. Sollten Scharons Pläne umgesetzt werden, würde der Teilabzug Ende 2005 abgeschlossen sein.