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Geschichtsaufarbeitung geht nur schleppend voran: Russlands dunkeles Kapitel

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Geschichtsaufarbeitung geht nur schleppend voran: Russlands dunkeles Kapitel

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Das jährliche Gedenken der Opfer der Sowjetherrschaft geriet am Samstag in Moskau zur politischen Demonstration. Rund 80.000 Opfer politischer Verfolgung in der UdSSR und ihre Nachkommen befürchten den Verlust staatlicher Sozialleistungen. Die Menschen haben Angst, daß die Regionalregierungen, die nach der jüngsten Reform Sozialleistungen in Eigenregie ausbezahlen sollen, dazu kaum in der Lage sein werden. Die Demonstranten forderten auch eine besser und vorallem schnellere Aufarbeitung der Geschichte.

Vitaly Garmasch, einer von mehreren Millionen Menschen die unter der Herrschaft Joseph Stalins litten, fühlt sich ungerecht behandelt. Während er Familienfotos zeigt erzählt er, wie er von KGB-Offizieren gefoltert wurde. Und diese Offiziere, wie aber auch Richter und Staatsanwälte der damligen Zeit, seien nie zur Verantwortung gezogen worden, so Vitaly Garmasch. Nach offiziellen Angaben waren rund 20 Millionen Menschen während der Herrschaft von Lenin und Stalin politischer Verfolgung ausgesetzt. Rund die Hälfte der Opfer starben bis zum Tod Stalins 1953 in Konzentrations- und Arbeitslagern