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Die Ukraine vor einer Richtungswahl

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Die Ukraine vor einer Richtungswahl

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Gut 37 Millionen Bürger sollen an diesem Sonntag ihren künftigen Präsidenten wählen. Da sich in den Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Favoriten unter den mehr als zwanzig Kandidaten abzeichnet, ist mit einer Stichwahl Mitte November zu rechnen.

Die Menschen in dem zweitgrößten Flächenstaat Europas haben die Wahl zwischen einer Wiederannäherung an Russland oder einer stärkeren Westorientierung. Für die stärkere Russland-Anbindung steht der amtierende Ministerpräsident, der vom scheidenden Präsidenten Leonid Kutschma und von Staatsapparat einseitig unterstützte Favorit Viktor Janukowitsch. Er hat auch die Rückendeckung von Russland, das sich wie kaum zuvor in den Wahlkampf mischte. Erst jüngst machten beide Seiten ein millionenschweres Ölpipeline-Projekt fest. Der liberale Oppositionskandidat Viktor Juschtschenko, der selbst nach Aussagen westlicher Beobachter bei der Kampagne benachteiligt wurde und Wahlbetrug anprangert, strebt dagegen eine stärkere Orientierung an den Westen an. Er verspricht den Bürgern den Kampf gegen Korruption und die Kutschma-Führungsclique. Die Ukraine ist eines der korruptesten Länder der Welt, verzeichnet aber gleichzeitig starkes Wirtschaftswachstum und eine relativ stabile Währung – Fakten, angesichts der die Wähler der alten Führung treu bleiben könnten…