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Ukraine steht an Scheideweg

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Ukraine steht an Scheideweg

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So gespalten die ukrainischen Wähler sind, so gespalten ist das Land auch, wenn es um die politische und wirtschaftliche Zukunft geht. Seit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion wird die Ukraine von einer autoritären Präsidialregierung mit angeschlossenem Staatsapparat beherrscht.

Der wirtschaftliche Wohlstand ist ungleichmäßig verteilt, sowohl innerhalb der Bevölkerung, als auch in der Geographie des Landes. Der Osten der Ukraine Richtung Russland ist stärker industriell entwickelt als der Westen, der bislang wenig vom wirtschaftlichen Aufschwung profitieren konnte. Eine Bruchlinie, die sich auch in der ukrainischen Politik wiederspiegelt. Der Westen des Landes orientiert hin zur Europäischen Union, der Osten nach Russland. Die Jungen setzen auf Freiheit und Demokratie, den Alten ist Stabilität und Wirtschaftsaufschwung wichtiger. Die Ukraine war und ist ein Drehkreuz zwischen Mitteleuropa und dem Kaukasus, zwischen dem Mittelmeerraum und Russland. Und das macht diese Wahl zu einer Schicksalsentscheidung, wohin der weitere Weg des Landes führt. Hinter der unverhehlten Parteinahme Russlands zugunsten des moskautreuen Präsidentschaftskandidaten Janukowitsch steckt wirtschaftliches und geostrategisches Kalkül. Für Russland geht es um seinen Flottenstützpunkt am Schwarzen Meer und die traditionell enge Verflechtung mit der Wirtschaft der Ukraine. Sie soll nach Moskaus Wünschen in eine gemeinsame Wirtschaftszone mit Kasachstan und Weißrussland münden. Oppositionskandidat Juschtschenko würde sich eher Richtung EU orientieren, befürchtet Moskau.