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Wähler in Ukraine an Stimmabgabe gehindert

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Wähler in Ukraine an Stimmabgabe gehindert

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Bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine ist es nach Angaben von Beobachtern zu schweren Unregelmäßigkeiten gekommen. Die Namen von Wahlberechtigten seien in den großen Städten von den Wahllisten verschwunden. Deshalb konnten sie nicht ihre Stimme abgeben. Daraus könnte Ministerpräsident Viktor Janukowitsch nutzen ziehen, der als kremltreuer Stellvertreter Moskaus gilt und vom amtierenden Präsidenten Leonid Kutschma und dem Staatsapparat unterstützt wird.

Janukowitschs wichtigster Herausforderer, der liberale Oppositionskandidat Viktor Juschtschenko, wurde bereits im Vorfeld der Wahl stark behindert. Juschtschenko strebt eine stärkere Orientierung an den Westen an und verspricht den Bürgern, den Kampf gegen Korruption und die Führungsclique in Wirtschaft und Regierung zu verstärken. Leonid Kutschma hat zwar wirtschaftliche Erfolge vorzuweisen. Die politischen Entwicklung hin zu einer parlamentarischen Demokratie ist aber nicht vorangekommen. Die alte Nomenklatura aus Sowjetzeiten hat in der Ukraine noch immer das Sagen, die Kluft zwischen Arm und Reich sowie Stadt und Land geht zunehmend auseinander. Bei der Wahl liegen beide Kandidaten in den Umfragen Kopf-an-Kopf. Janukowitsch und Juschtschenko kommen demnach auf jeweils etwa 35 Prozent der 37 Millionen Wählerstimmen. Sollte keiner der Präsidentschaftskandidaten mindestens 50 Prozent der Stimmen erhalten, müssen die ukrainischen Wähler in einer Stichwahl am 21. November noch einmal zu den Urnen gehen. Mit dem amtlichen Endergebnis wird am Montagabend gerechnet.