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Präsidentschaftswahl in Ukraine unentschieden

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Präsidentschaftswahl in Ukraine unentschieden

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Ein Land vor einer Zerreißprobe: die Ukraine ist nach dem Patt bei den Präsidentschaftswahlen vom Sonntag in zwei Lager gespalten. Weder Ministerpräsident Viktor Janukowitsch noch Oppositionsführer Viktor Juschtschenko konnten die erforderlichen 50 Prozent erreichen. In einer Stichwahl muss nun am 21. November der Nachfolger von Präsident Leonid Kutschma bestimmt werden.

Die Internationalen Wahlbeobachter haben dem Land ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. Die USA drohen inzwischen ihrem Koalitionspartner im Irak mit Sanktionen. “Unser Ergebnis ist, dass die Präsidentschaftswahl 2004 in der Ukraine eine Reihe internationaler Standards für demokratische Wahlen nicht erfüllt hat”, sagte OSZE-Beobachter Bruce George. Ministerpräsident Janukowitsch gilt als Wunschkandidat des amtierenden Präsidenten Kutschma und des Kreml, der die Ukraine aus wirtschaftlichen und strategischen Gründen enger an sich binden will. Obwohl Oppositionsführer Juschtschenko im Wahlkampf systematisch benachteiligt wurde, konnte er fast so viele Stimmen wie der Ministerpräsident auf sich vereinen – trotz Unregelmäßigkeiten. Vor allem im Westen des Landes gingen seine Anhänger am Tag nach der Wahl auf die Straße. “Wenn Janukowitsch gewinnt, wird das Land für alle wie ein Gefängnis sein, aber keine Demokratie,” sagte ein Demonstrant. Bis zu den Stichwahlen in knapp drei Wochen wird nun der Wahlkampf weitergehen. Für das Land von 47 Millionen, das seine Grenzen mit sieben Ländern teilt, werden es richtungsweisende Tage sein.