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Ralph Nader - der allseits ungeliebte Außenseiter

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Ralph Nader - der allseits ungeliebte Außenseiter

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Hier kommt das Zünglein an der Waage. Zumindest versteht er sich selbst so. Ralph Nader, der dritte Kandidat für diese Präsidentschaftswahl. Der Außenseiter rennt schon zum viertenmal gegen das amerikanische Zwei-Parteien-System an. Seine Argumente klingen so: “ Die Demokraten sind mitschuldig. Sie hätten die Kriegsentscheidung im Senat stoppen können – taten es aber nicht. Und nun haben sie im Weißen Haus einen feigen Falken, der sich vor dem Wehrdienst gedrückt hat, einen Messias, einen Militaristen, der für diese Regierung nicht zur Verantwortung gezogen wird – vielleicht wird er es nach dem 2. November.”

Nader, der unabhängige Kandidat, prangert an, dass es bei der Entscheidung zwischen Bush und Kerry nur um die Wahl zwischen zwei Repräsentanten des amerikanischen Establishments geht; dass das Zwei-Parteien-System keine echte Alternative bietet. Der heute 70jährige war einst der gefeierte Anwalt der kleinen Leute, der Großkonzerne vor Gericht in die Knie zwang. Vor vier Jahren hatte er mit den Grünen noch eine richtige Partei hinter sich, auch wenn deren Einfluss in den USA längst nicht mit jenem europäischer Parteien gleichen Namens zu vergleichen ist. So habe er bei knappen Wahlausgang vor vier Jahren dem Demokraten Al Gore die entscheiden Stimmen weggenommen, wird ihm vorgeworfen. Man erinnere sich – in Florida ging es um ganze 537 Stimmen!!! Diesmal überwiegt bei vielen seiner einstigen Anhänger der Wunsch, Bush aus dem Amt zu jagen. Deshalb versuchen sie alles, um den starrköpfigen Nader noch in letzter Minute zu bremsen. Die Demokraten haben per Gerichtsentscheid erreicht, dass er im Bundesstaat Pennsylvania nicht antreten darf. Von den 51.000 Namen auf seiner Unterschriftenlisten erwiesen sich nur 19.000 als gültig. Unterstützer hatten sich mit Namen wie “Mickey Mouse” , “John Kerry” oder gleich “Ralph Nader” eingetragen. Eine Gruppe sammelt Geld für Naders Initiative “zur Reform des politischen Systems in den USA”. Das Geld soll er aber nur bekommen, wenn er seine Kandidatur in den besonders hart umkämpften Bundesstaaten zurückzieht. Eine andere Gruppe versucht es zeitgemäß via Internet. Auf der Website “wählt-nicht-ralph”, kann, wer immer es für nötig hält, Nader auffordern: “Ralph, bitte lass es!”.