Eilmeldung

Eilmeldung

EU-Herbstgipfel mit Millionen-Zusagen für den Irak

Sie lesen gerade:

EU-Herbstgipfel mit Millionen-Zusagen für den Irak

Schriftgrösse Aa Aa

Die EU will dem Irak noch stärker unter die Arme greifen: Die Staats- und Regierungschefs haben bei ihrem regulären Herbst-Gipfel in Brüssel dem irakischen Ehrengast, Ministerpräsident Ijad Allawi, umfassende Hilfe zugesagt.

Unter anderen wird die Union weitere 30 Millionen Euro für die Vorbereitung demokratischer Wahlen im kommenden Jahr bereitstellen – schon jetzt hat sie meherere hundert Millionen in den Irak gepumpt. Auch Polizei und Verwaltung sollen weiter unterstützt werden. Für Allawi ein Zeichen, dass sein Land wieder in die internationale Gemeinschaft aufgenommen ist: Er sei sehr erfreut, an diesem EU-Gipfel teilnehmen zu können, und habe für den Irak einhellige Unterstützung bekommen. Ganz so einhellig war der Rückhalt nicht: Beim Gruppenfoto blieb ein Platz in der ersten Reihe leer. Frankreichs Präsident zog es vor, nach dem Treffen zur Trauerfeier in die Vereinigten Arabischen Emirate zu reisen, statt mit Allawi zu Mittag zu speisen. Den prompten Spekulationen entgegnete Jacques Chirac : “Niemals habe ich mich geweigert, Ministerpräsident Allawi zu treffen – ich bin im übrigen mit ihm beim G8-Gipfel in den USA zusammengekommen. Allawi hat seine Persönlichkeit. Er macht gelegentlich Vorschläge, die mehr – oder weniger – verlockend sein können. Ich habe überhaupt kein Problem mit den irakischen Behörden.” Doch Chiracs gespanntes Verhältnis zum Amerika-treuen Allawi ist bekannt. Auch anderen Kollegen war Allawis Forderung nach mehr Hilfe von den Zuschauerstaaten, wie er sagte, übel aufgestoßen. Dennoch wollten sie bei ihrem Treffen ein positives Signal an den Irak senden.