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Politisch brisante Suche nach Ort der letzten Ruhe für Arafat

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Politisch brisante Suche nach Ort der letzten Ruhe für Arafat

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Jassir Arafat hält bis in den Tod hinein die Welt in Spannung, zuletzt mit seinem Wunsch nach einem Grab in Jerusalem. Im November 2003 fasste er seine Sehnsucht nach der Wunsch-Hauptstadt der Palästinenser noch in die Worte…” So Gott will wird im kommenden Jahr ein palästinensisches Kind die palästinensische Fahne über den Mauern von Jerusalem hissen, über seinen Minaretten und Kirchen.“Jetzt liegt Arafat im fernen Frankreich im Koma und die Welt spekuliert, das Verwirrspiel der Meldungen um Leben und Tod könnte auch mit der Suche nach einer letzten Ruhestätte zu tun haben. Das offizelle Israel lässt verkünden:“Die israelische Regierung wird niemals seine Beisetzung in Jerusalem erlauben. Das ist nicht der geeignete Begräbnisplatz für ihn.“Die politische Brisanz eines Grabes in Jerusalem erklärt Danny Rubinstein, Leitartikler der israelischen Zeitung “Haaretz” auch mit dem Symbolwert einer solchen Geste. Das könnte nämlich als Israels Anerkennung der palästinensischen Ansprüche auf politische Rechte in Jerusalem verstanden werden.Welche Möglichkeiten bleiben dann noch???Aus palästinensischer Sicht käme noch der Friedhof in Jerusalemer Vorort Abu Dis in Frage. Den Israelis gefällt auch diese Variante nicht.Sie betonen, die Familie Al-Kidwa, zu der Jassir Arafat gehört, stamme aus GazaDort habe sie sogar ein Familiengrab, in dem schon Jassir Arafat Vater bestattet wurde. Es gibt sogar noch ein kleines Stück Land in Familienbesitz – das liegt allerdings mitten im Gwmüsemarkt von Gaza – ist also nicht geeignet für eine würdevolle Ruhestätte.Abu Dis hingegen gehört zum Westjordanland, in dem Jassir Arafat nur die vergangenen zwei Jahre und damit die kürzeste Zeit seines Lebens verbracht hat.Selbst unter seinen dortigen Anhängern sind die Meinungen geteilt. Einerhält Jerusalem für die einzig angemessene Ruhestätte, dort, wo auch die Al Aqusa Moschee liegt und ein anderer meint etwas diplomatischer: “Wir werden seinen letzten Willen erfüllen.“Wo das geschehen wird-davon hängt auch ab, welche Staatsgäste zur Trauerfeier kommen. Im Gazastreifen ist vor dem geplanten israelischen Abzug ein Machtkampf unter den verschiedenen Palästinensergruppen ausgebrochen. Dort dürften die Beisetzungsfeierlichkeiten zum Albtraum für deren Sicherheitschefs werden, angefangen mit der komplizierten Anreise. Israel hat bereits den Vertretern jener Staaten, mit denen es diplomatische Beziehungen unterhält, den Weg über Israel angeboten. Die anderen müssten dann wohl über Ägypten reisen.Persönlichkeite