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Anti-europäische Ausschreitungen: Lage in der Elfenbeinküste eskaliert

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Anti-europäische Ausschreitungen: Lage in der Elfenbeinküste eskaliert

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Nach einer Nacht der Gewalt hat Frankreich seine Truppen in der Elfenbeinküste verstärkt. Die Europäer im Land fürchten nach der Brandschatzung französischer Schulen und Plünderungen um ihr Leben. Der Marsch von Anhängern der Regierung auf den von Franzosen kontrollierten Flughafen der Wirtschaftsmetropole Abidschan blieb erfolgslos, sie zogen sich mit erhobenen Händen zurück. Doch tobt nach Augenzeugenberichten der Mob gegen ausländische und weiße Bewohner, nachdem die französischen UN-Streitkräfte die ivorische Luftwaffe zerstört hatten.

Regierungstreue selbst ernannte “Patrioten” hatten zur Befreiung des Flughafens aufgerufen. Auslöser der französischen Operation und der jüngsten Eskalation waren Angriffe der ivorischen Armee auf Stellungen der Rebellen. Seit dem Aufstand gegen Präsident Laurent Gbagbo 2002 und dem Friedensplan von 2003 ist das westafrikanische Land geteilt in den Norden unter Rebellenherrschaft und den Süden unter Kontrolle der Regierung. Den brüchigen Waffenstillstand überwachen UN-Blauhelmsoldaten, doch konnten sie den jüngsten Bruch seitens der Regierungstruppen nicht verhindern. Der Weltsicherheitsrat hat sich in der Nacht einmütig hinter das Eingreifen der französischen UN-Truppen gestellt. Frankreichs Regierung will ein Waffenembargo durchsetzen, wenn sich die Lage nicht beruhigt.