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Ausnahmezustand im Irak

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Ausnahmezustand im Irak

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Angesichts der andauernden Gewalt im Irak hat die Übergangsregierung für sechzig Tage den Ausnahmezustand verhängt.

In den vergangenen 48 Stunden hatte eine Anschlagswelle das Land überzogen und etwa fünfzig Menschen das Leben gekostet. Mehrere Autobomben explodierten, Zielscheibe waren zumeist die irakische Polizei oder US-Streitkräfte. Doch fielen der Gewalt auch zunehmend Frauen und Kinder zum Opfer, erklärte dieRegierung, weshalb sie nun den Ausnahmezustand verhänge. Damit erhält der Ministerpräsident das direkte Kommando über Sicherheitskräfte und Geheimdienste, und kann Festnahmen und Ausgangssperren anordnen. Bei einer offenbar konzertierten Aktion in der westirakischen Stadt Haditha und einer benachbarten Stadt waren am Morgen mehr als zwanzig Polizisten auf ihren Wachen von Unbekannten erschossen und Waffen gestohlen worden. Die Übergriffe ereigneten sich im berüchtigten sunnitischen Dreieck, in dem die US-Soldaten seit Wochen auf den Startbefehl zur angekündigten Großoffensive auf die Rebellenhochburg Falludscha warten. Weiterhin halten sie die Stadt unter Beschuss. US-Armee wie die irakische Regierung vermuten, dass sich hier der Terroristenführer Abu Musab al Sarkawi versteckt hält, dessen Gruppe für etliche Anschläge die Verantwortung übernommen hat. Viele Einwohner haben Falludscha in Erwartung des Großangriffs bereits verlassen.