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Lage in der Elfenbeinküste zunehmend kritisch

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Lage in der Elfenbeinküste zunehmend kritisch

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Angesichts der zugespitzten Lage in der Elfenbeinküste geht unter französischen Bewohnern des Landes die Angst um. Vor dem Gebäude der UN versammelten sich Dutzende Menschen, um vor Plünderungen und Angriffen Schutz zu suchen. Frankreich beorderte ein Truppenkontingent in die Stadt, um seine Bürger vor weiteren Übergriffen zu bewahren, sieht aber vorerst von Evakuierungen ab. Betroffen von den Ausschreitungen sind aber auch nichtfranzösische Ausländer in der Elfenbeinküste.

“Seit acht Jahren wohne ich hier, sie haben mich in meinem Auto angegriffen”, sagte ein Libanese, der bei einem Übergriff verletzt wurde. Frankreichs Zerstörung der ivorischen Luftwaffe hatte die Wut von Anhängern des Präsidenten Laurent Gbagbo ausgelöst. Dieser forderte in einer Fernsehansprache dazu auf Ruhe zu bewahren.

“Ich bitte alle Bürger, sich nicht provozieren zu lassen. Ich fordere alle Demonstranten auf, nach Hause zu gehen”, so Gbagbo. Seit 2002 ist die Elfenbeinküste zweigeteilt, Rebellen halten den Norden besetzt, Regierungstruppen kontrollieren den Süden.

Ein Waffenstillstand vom Mai 2003 hielt bis vergangene Woche an, als Regierungstruppen Luftangriffe gegen Stellungen der Rebellen flogen. Neun französische UN-Soldaten starben, als einer der Angriffe ihren Armeeposten traf. Die Elfenbeinküste sprach von einem Irrtum, Frankreich von einem absichtlichen Militärschlag. Die gegenwärtige Krise im Verhältnis beider Länder ist die größte seit der Unabhängigkeit der Elfenbeinküste im Jahr 1960.