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Weder Vermittlungen noch Drohungen beruhigen die Lage in der Elfenbeinküste

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Weder Vermittlungen noch Drohungen beruhigen die Lage in der Elfenbeinküste

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Angesichts der andauernden Gewalt will der Weltsicherheitsrat der Elfenbeinküste mit Sanktionen drohen. Der vierte Tag der Eskalation war besonders blutig. Mindestens zehn Menschen kamen bei Ausschreitungen regierungstreuer Demonstranten gegen französische Soldaten und einheimische Sicherheitskräfte, die daraufhin schossen, ums Leben. Die Ex-Kolonie Frankreichs, die nach dem letzten Friedensabkommen in den Norden unter Rebellenherrschaft und den Süden unter Präsident Laurent Gbagbo geteilt ist, schlingert weiter am Rande des Bürgerkriegs entlang.

Die Europäer haben inzwischen begonnen, ihre Staatsbürger auszufliegen. Viele ausländische Bewohner wurden in den vergangenen Tagen vom Volkszorn heimgesucht, haben ihr Hab und Gut verloren und warten in provisorischen Unterkünften auf die Abreise. In den Hass gegen die Vertreter der Ex-Kolonialmacht und ihre Kollegen von der UN-Blauhelmtruppe, die den brüchigen Waffenstillstand zwischen Regierung und Rebellen überwachen sollen, mischen sich ethnische Konflikte zwischen Stämmen, die die Kakao-Plantagen des bedeutenden Exportlandes in ihrer Hand haben, und weniger begüterten. Auf Vermittlungsmission traf Südafrikas Präsident Thabo Mbeki mit seinem Kollegen Gbagbo zusammen. Er äußerte sich zufrieden über Gbagbos Friedenswillen – doch werden Worten Taten folgen müssen. Der Weltsicherheitsrat will heute über Sanktionen von Dezember an abstimmen.