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Trauer und Schmerz in Palästinensergebieten

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Trauer und Schmerz in Palästinensergebieten

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Die Mukata ist bereits jetzt zum Wallfahrtsort für die Palästinenser geworden: Tausende versammelten sich vor dem Gebäudekomplex, um ihrer Trauer und ihrem Respekt dem Verstorbenen gegenüber Ausdruck zu verleihen. Tief sitzen Schock und Schmerz über den Verlust einer Symbolfigur. In riesigen Trauermärschen zogen Arafats Anhänger durch die Straßen Ramallahs. “Abou Amar, Abou Amar” skandierten sie immer wieder – es war der Kampfname des Präsidenten.

Auch in Jerusalem versammelten sich die Palästinenser, um ihres toten Präsidenten zu gedenken. In dieser Stadt ist die Stimmung besonders angespannt. Es kam zu Ausschreitungen, als Palästinenser versuchten, in die Altstadt zu gelangen, um dort für Arafat zu beten. Nicht alle wurden zum Abendgebet in der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg durchgelassen. Auch in Gaza-Stadt formierten sich Trauerzüge. Unter den Teilnehmern waren Anhänger von Arafats Fatah-Bewegung, der Fatah-nahen bewaffneten Al-Aksa Brigaden und der radikalislamischen Hamas-Bewegung. Einige behaupteten in Sprechchören, Arafat sei keines natürlichen Todes gestorben, sondern vergiftet worden. Die Al-Aksa-Brigaden riefen zu Anschlägen gegen Israel auf. Aus Furcht davor hatte die israelische Regierung das Westjordanland bereits kurz nach dem Tode Arafats komplett abgeriegelt.