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Gaza: Schießerei bei Trauerfeier für Arafat

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Gaza: Schießerei bei Trauerfeier für Arafat

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Drei Tage nach dem Tod von Jassir Arafat haben sich im Gazastreifen bei einer Trauerfeier für den verstorbenen Präsidenten chaotische Szenen abgespielt. Kurz nach der Ankunft von PLO-Chef Mahmud Abbas stürmten maskierte Männer, die der Fatah-Bewegung angehören sollen, in das Trauerzelt in Gaza-Stadt und riefen lautstark “Nein zu Abbas”. Bei einem anschließenden Schusswechsel mit den Sicherheitskräften wurden zwei Menschen getötet und mindestens vier weitere verwundet. Abbas selbst blieb unverletzt. Er schloss aus, dass es sich um einen gezielten Anschlag auf ihn gehandelt haben könnte.

“Die Emotionen waren wegen des Todes von Arafat sehr groß, es gab Schüsse in die Luft und Bewegung in der Menge, das Chaos hat zu den Todesfällen geführt.” Auch PLO-Mitglied Yasser Abed Rabbo erklärte, niemand habe gezielt auf Mahmud Abbas oder einen anderen anwesenden Politiker geschossen. Der Zwischenfall ereignete sich nur wenige Stunden, nachdem sich die Palästinenserführung auf den 9. Januar als Termin für die Wahl eines neuen Präsidenten geeinigt hatte. Kandidaten haben vom 20. November an zehn Tage lang Zeit, sich aufstellen lassen. Berichte, wonach auch der in Israel inhaftierte Fatah-Führer für das Westjordanland, Marwan Barghuti kandidieren wolle, gab es keine offizielle Bestätigung. Barghuti gilt nach Arafat als der bei den Palästinensern beliebteste Politiker. Die israelische Regierung lehnte eine Freilassung des 45jährigen, der wegen Beteiligung an Anschlägen zu mehrmals lebenslanger Haft verurteilt worden war, jedoch ab.