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No Smoking in Großbritannien

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Die britische Labour-Regierung will von 2006 an ein Rauchverbot in der Öffentlichkeit einführen. Arbeitsplätze, Restaurants, Cafes und die Pubs, in denen Essen angeboten wird, sollen bis 2008 rauchfreie Zonen werden. Gesundheitsminister John Reid begründete die Initiative mit den Worten: “Vor 30 Jahren rauchte fast die Hälfte der erwachsenden Bevölkerung, heute sind es 26 %. Wir wollen innerhalb von 5 Jahren weitere 2 Millionen Menschen vom Rauchen abbringen.” Bei aktuell 12 Millionen Rauchern wäre das jeder 6., der seine letzte Zigarette ausdrücken sollte. Laut Statistik ist Tabakkonsum im Königreich pro Jahr für rund hunderttausend Todesfälle verantwortlich.

Manchen Gruppen geht der Gesetzentwurf noch nicht weit genug. Eine Anti-Raucher-Aktivistin erklärt: “ Ich denke, das ist eine verpasste Gelegenheit. Man braucht nur nach Irland zuschauen mit seinem wirklich außerordentlichen Beispiel. Keiner hat geglaubt, dass es möglich wäre, so ein Rauchverbot durchzusetzen. Dennoch – es wurde von der Öffentlichkeit angenommen…“In der Republik Irland gibt es seit März ein völliges Rauchverbot in geschlossenen Räumen. Schottland hat vor einer Woche auch ein totales Rauchverbot an öffentlichen Plätzen angekündigt. Das für England angestrebte Gesetz soll Ausnahmen zulassen für Kneipen, die nur Snacks wie Erdnüsse, Kartoffelchips oder Sandwiches anbieten. Kritiker aus den Reihen der konservativen Opposition im Unterhaus – wie der Abgeordnete Andrew Landslate – vermuten, mit Rauchverboten in der Öffentlichkeit würde man keinen Raucher von seiner Sucht wegbringen. Man würde aber dessen Kinder gefährden, weil der Raucher dann gezwungenermaßen um so stärker die eigene Wohnung zuqualmen würde.