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Im Irak verschleppte Britin vermutlich hingerichtet

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Im Irak verschleppte Britin vermutlich hingerichtet

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Margaret Hassan, die im Irak entführte Mitarbeiterin der Hilfsorganisation Care, ist offenbar tot. Dem arabischen Fernsehsender Al-Dschasira soll ein Video vorliegen, auf dem die Erschießung der 59-jährigen zu sehen ist. Inzwischen bestätigten Experten des britischen Außenministeriums, dass die Aufnahme wohl authentisch ist.

Zuvor hatte sich der irakische Ehemann Hassans an die Entführer gewandt: “Ich bitte diese Leute, mir zu sagen, was sie mit Margaret gemacht haben. Sie können es mir sagen, können anrufen. Ich brauche sie. Ich brauche sie hier, damit ich sie in Frieden beisetzen kann”, sagte er in einem Fernsehinterview. Die Leiterin des Care-International-Büros im Irak war am 19. Oktober auf dem Weg zur Arbeit entführt worden. Die in Irland geborene Britin lebte seit 30 Jahren im Irak. Hunderte Iraker waren nach ihrer Entführung für ihre Freilassung auf die Straße gegangen. Auch ihre vier Geschwister in Irland hatten für ihre Schwester gekämpft, sich mit Premierminister Bertie Ahern in Verbindung gesetzt und gefleht: “Unsere Schwester ist eine Freundin der Iraker. Bitte lassen sie sie zu ihrem Ehemann zurückkehren. Bitte tun sie ihr nichts an!”

Nun hieß es in einer Erklärung der Geschwister: Wir müssen wohl akzeptieren, dass Margaret von uns gegangen ist. Der irische Außenminister Dermot Ahern fühlt mit ihnen: “Wir sind alle erschüttert. Die Familie musste in den letzten Wochen all diese Hochs und Tiefs ertragen”, sagte er. In Kenmare, im Südwesten von Irland, wo Familienangehörige Hassans leben, fand am Dienstagabend bereits spontan eine Messe für die vermutlich Tote statt. Auch der britische Premierminister Tony Blair hat den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen. Die Entführer Hassans hatten wiederholt den Abzug der britischen Truppen aus dem Irak gefordert.