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Indien: Schüsse begleiten Entspannungsinitiative

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Indien: Schüsse begleiten Entspannungsinitiative

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Nur wenige Stunden vor dem ersten Besuch des indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh haben sich Moslem-Extremisten in Srinagar einen Schusswechsel mit der Polizei geliefert. Zwei Extremisten wurden getötet. Schauplatz der Auseinandersetzung war ein Einkaufszentrum, nur 200 Meter entfernt von dem Stadion, in dem Singh eine Rede halten sollte.

Srinagar liegt im indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir im Norden des Landes an der Grenze zu Pakistan. Nach drei Kriegen mit Pakistan und 15 Jahren Rebellion gegen die indischen Herrschaft hat Indien einen Teilrückzug seiner Truppen aus der Unruheprovinz angekündigt – 2000 von geschätzt 240 000 Soldaten sollen abziehen.

Die Entspannungsinitiative wird von Ministerpräsident Singh wird nach Angaben staatlicher Stellen begleitet von einem Aufbauprogramm für Infrastruktur und öffentliche Dienste im Wert von rund 700 Millionen. Pakistan begrüßt die Deeskalation. Ministerpräsident Shaukat Aziz trifft Singh in der kommenden Woche in Neu-Delhi.

Die beiden Atomstaaten hatten 2004 einem Waffenstillstand zugestimmt. Zwei Jahre zuvor hatte noch Krieg gedroht. Die Aufstände in der Unruheprovinz haben nach offiziellen Angaben in den vergangenen 15 Jahren 45 000 Opfer gefordert.