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G-20-Treffen in Berlin: schwacher Dollar nur inoffizielles Thema

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G-20-Treffen in Berlin: schwacher Dollar nur inoffizielles Thema

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In Berlin findet an diesem Wochenende das G-20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der Industrie- und Schwellenländer statt. Das wichtigste Thema steht offiziell nicht auf der Tagesordnung: die anhaltende Dollar-Schwäche und die großen Schwankungen der Wechselkurse. Äußerungen von US-Finanzminister John Snow, Washington wolle einen starken Dollar, wurden von den Märkten bislang ignoriert.

Nach Meinung von Fortis-Analystin Nancy Verret hängt die weitere Entwicklung der Kurse wesentlich vom Ausgang des Berliner Treffens ab. Erwartet werde ein Konsens darüber, daß der schwache Dollar derzeit das hohe Defizit in der US-Leistungsbilanz finanziere. Zugleich seien sich die Europäer darüber einig, daß der Dollarverfall gestoppt werden müsse. Einen entsprechenden Mechanismus gebe es jedoch nicht. Der deutsche Finanzminister Hans Eichel erklärte, Wechselkurse müßten zwischen Europa, den USA und Japan diskutiert werden. Die G-20 seien dafür nicht das geeignete Forum. Wie schon EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte Eichel die aktuellen Kursschwankungen an den Devisenmärkten als brutal bezeichnet. Durch die jetzige Situation verteuern sich die Euro-Exporte. Der schwache Dollar führt aber auch dazu, daß der hohe Ölpreis nicht so stark ins Gewicht fällt. Am Freitag notierte der Euro unverändert hoch. Die EZB setzte den Referenzkurs bei einem Dollar 3020 fest.