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Verkehrskommissar kommt ins Schleudern

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Verkehrskommissar kommt ins Schleudern

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Nach Angaben eines Sprechers hatte der neue Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso bis gestern nichts von der Verwicklung seines Verkehrskommissars in einen Veruntreuungsfall gewußt. Trotzdem habe Barroso noch immer vollstes Vertrauen zu Jacques Barrot, sagte Stefaan de Rynck in Brüssel. “Barrot wurde zu keinem Zeitpunkt weder als unqualifiziert für ein öffentliches Amt angesehen, noch unterliegt er einem Verbot ein solches innezuhaben. Unseren Anwälten zufolge hat Barrot eine saubere Akte”, sagte de Rynck.

Der Sprecher bezog sich damit auf eine präsidentielle Amnestie aus Mitte der 90er Jahre, die in Frankreich auch auf Barrot angewendet wurde. Der 67-jährige war zwar vor vier Jahren wegen Verwicklung in einen Parteispendenskandal Mitte der 80er Jahre zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Damals hatte es in Frankreich noch kein Gesetz zur Parteienfinanzierung gegeben. Durch die Amnestie wurde die Strafe aber aus Barrots Akten Im Europäischen Parlament hatte am Donnerstag die Rede des britischen Euroskeptikers Nigel Farage für Wirbel gesorgt, in der er Barrots Strafe zu acht Monaten Haft auf Bewährung ansprach.Zum Leidwesen des neuen Kommissionspräsidenten geht der verbale Schlagabtausch weiter. Der Brite hat eine Entschuldigung abgelehnt, sollten seine Fakten zutreffen.