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EU gründet neue eigene schnelle Eingreiftruppen

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EU gründet neue eigene schnelle Eingreiftruppen

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Um künftig schneller militärisch auf Krisen reagieren zu können, wird die EU 13 Eingreiftruppen, so genannte Battle Groups, gründen. Die Einheiten von rund 1.500 Soldaten sollen innerhalb von fünf bis zehn Tagen mobilisierbar sein, wie die Verteidigungsminister in Brüssel beschlossen. Doppelungen mit der Eingreiftruppe der NATO sollen vermieden werden. “Das Konzept der EU Battle Groups ist komplementär zur Schnellen Eingreiftruppe der NATO zu sehen und als gegenseitige Verstärkung. Die Eingreiftruppen von NATO und EU werden die Kohärenz und transparente Entwicklung der gemeinsamen Einsatzfähigkeiten beider Organisationen sicherstellen”, die Erläuterungen von der niederländischen EU-Ratspräsidentschaft.

Ob das von den Verteidigungsministern beschlossene Konzept praktisch allerdings wirklich aufgeht, wird auch vom finanziellen Spielraum abhängen, den sich die einzelnen Mitglieder für ihre Militärbudgets einräumen – bei vielen sinkt oder stagniert der Verteidigungshaushalt. Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien wollen jeweils allein eine der Battle Groups stellen. Damit hofft die Europäische Union, in Zukunft in bis zu zwei Krisenherden gleichzeitig eingreifen zu können. Sie hat in der Demokratischen Republik Kongo erst jüngst ihren ersten militärischen Einsatz außerhalb Europas absolviert, und dies ohne Rückgriff auf Mittel der NATO. Zuvor waren die Soldaten der EU erstmals militärisch in Mazedonien zum Krisenmanagement angetreten.