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Wettbewerbskommissarin Kroes gibt ersten Fall wegen Befangenheit ab

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Wettbewerbskommissarin Kroes gibt ersten Fall wegen Befangenheit ab

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Kaum hat die Kommission ihre Arbeit aufgenommen, wartet auf Barroso Ungemach nicht nur von Jacques Barrot, sondern auch von anderer Seite: Neelie Kroes, die ebenfalls umstrittene Wettbewerbskommissarin, musste schon am zweiten Tag nach Amtsantritt einen Fall abgeben, um Interessenkonflikte zu umgehen – wie sie es dem Europäischen Parlament versprochen hatte.

Es geht um das Fusionsprojekt einer niederländischen Spedition, bei der Kroes früher eines ihrer zahlreichen Aufsichtsratsmandate hatte. Nun muss ihr Chef Barroso das Dossier selbst übernehmen oder es an einen anderen Kommissar weitergeben. Geht dies im selben Tempo weiter, könnten sich die Unkenrufe der Kroes-Kritiker bewahrheiten, dass diese wegen zu häufiger Befangenheit schließlich zur Teilzeit-Kommissarin wird. Nach offizieller Berechnung der Kommission dürfte lediglich gut ein Prozent der Dossiers betroffen sein – während etwa Europas Grüne von 35 Prozent ausgehen.