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Janukowitsch: "Es gibt keinen Grund für Proteste"

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Janukowitsch: "Es gibt keinen Grund für Proteste"

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Bei einem Kabinettstreffen äußerte sich am Mittwochmorgen erstmals seit der Abstimmung Ministerpräsident Viktor Janukowitsch in der Öffentlichkeit. Der pro-russische Kandidat, der nach Angaben der nationalen Wahlkommission das Rennen um die Präsidentschaft gewonnen hat, sagte in Kiew, er sehe keinen Grund, warum die Menschen auf die Straße gingen. Es passiere im Land derzeit nichts außergewöhnliches. Noch in der Nacht hatte es geheißen, Janukowitsch sei zu Verhandlungen mit der Opposition bereit. Sollte der 54jährige als neuer Präsident bestätigt werden, ist eine Politik des Ausgleichs zwischen Russland und der EU nicht zu erwarten.

Die Bevölkerung in der Ukraine ist hinsichtlich ihrer politischen Zukunft gespalten. Janukowitsch setzt auf die russisch-stämmige Bevölkerungsgruppen im Osten des Landes, auf die Unterstützung der Kohle- und Schwerindustrie und auf die Unterstützung des Kreml. Der liberale Hoffnungsträger Juschtschenko dagegen soll für die ukrainisch sprechende Bevölkerung im Westen den Weg nach Europa ebnen. Er hatte sich am Dienstag mit einem symbolischen Amtseid im Parlament zum neuen Präsidenten erklärt. Eine Zeremonie, die jedoch nicht den ukrainischen Gesetzen entsprach, weil das Parlament nicht beschlussfähig war und außerdem noch kein amtliches Endergebnis vorlag.