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Massendemondtration vor Prasidialpalast in Kiew

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Massendemondtration vor Prasidialpalast in Kiew

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Der Machtkampf in der Ukraine hat sich gestern Abend gefährlich zugespitzt. In der Hauptstadt Kiew drohte der Ausnahmezustand. Nachdem die Protestkundgebungen am Nachmittag weitgehend friedlich verlaufen waren, stoppten Spezialeinheiten der Polizei am Abend tausende Demonstranten, die gemeinsam mit Oppositionsführer Viktor Juschtscheko auf das Präsidialamt in Kiew zumarschierten. Vertreter der Opposition konnten die Polizei aber beruhigen, indem sie versicherten, dass ihre Anhänger das Gebäude nicht stürmen würden.

Zu dem Marsch hatte die Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko aufgerufen. “Wir gehen friedlich zum Amtssitz des Präsidenten”, rief sie den Demonstranten auf dem Platz der Unabhängigkeit zu. “Entweder geben sie die Macht ab oder wir werden sie uns nehmen.” Timoschenko ist die Chefin der liberalen Fraktion im Parlament. Sie und Juschtschenkos Wahlkampfmanager Sintschenko wurden durch den Polizeigürtel bis zum Präsidialamt vorgelassen. Insgesamt protestierten rund 300.000 Menschen in der ukrainischen Haupstadt. Sie werfen der Wahlkommission Fälschungen bei der Wahl um das Präsidialamt vor. In der Nacht zogen die Demonstranten wieder vom Platz vor dem Präsidentenpalast ab, nachdem Leonid Kutschma zu Krisengesprächen aller Parteien miteinander aufgerufen hatte. Zurück blieben nur einige wenige Oppositionsanhänger, die dem Aufruf Timoschenkos gefolgt waren, eine Nachtwache vor dem Palast abzuhalten. Für heute sind weitere Protestkundgebungen der Opposition geplant. Die Demonstranten wollen erneut vor dem Präsidialpalast Stellung beziehen.