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Gasprom will durch Jganskneftegas-Übernahme zum Energieriesen aufsteigen

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Gasprom will durch Jganskneftegas-Übernahme zum Energieriesen aufsteigen

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Der staatliche russische Gasriese Gasprom will am 19. Dezember die Yukos-Tochter Jugansneftegas ersteigern. Der Erwerb wäre eine gute Möglichkeit für die Aufstockung der Gasprom-Ölaktivitäten, erklärte das Unternehmen. Juganskneftegas steht wegen der Yukos-Steuer-Affäre zum Verkauf.

Zur Teilnahme an der Auktion habe die Deutsche Bank geraten, sagte der Chef der Gasprom-Tochter Gaspromneft, Sergej Bogdantschikow, in Moskau. Die Übernahme des Yukos-Kerngeschäfts durch Gasprom sei eine äußerst attraktive Option. In der Tat könnte Gasprom zum Energieriesen Russlands aufsteigen. Bislang kommt die Öl-Tochter Gasproms auf eine Förderung von 800.000 Barrel täglich. Yukos mit Juganskneftegas auf 1,7 Millionen Barrel. Die Übernahme des Kerngeschäfts von Yukos würde praktisch einen Großteil der Branche unter staatliche Kontrolle bringen. Beobachter kritisierten die Operation als vom Kreml gesteuert und sprachen vom Versuch einer Re-Nationalisierung des Energiesektors. Dagegen lehnte das russische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Handel die mögliche Ersteigerung von Juganskneftegas durch den Gasprom-Konzern ab. Akquisitionen von Gaspromneft stünden im Widerspruch zu einem mittelfristigen Regierungsprogramm. Dieses sehe bis 2008 den Ausstieg des Staates aus konkurrenzfähigen Bereichen der Wirtschaft vor. Andere Experten werteten ein mögliches Öl- und Gasmonopol als Mittel, um die wirtschaftliche Sicherheit des Landes zu festigen.