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Juppé kommt mit blauem Auge davon

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Juppé kommt mit blauem Auge davon

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Ein Berufungsgericht hat in Frankreich die Bewährungsstrafe für den konservativen Ex-Ministerpräsidenten Alain Juppé reduziert. Ursprünglich war Juppé zu 18 Monaten Haft auf Bewährung und Aberkennung des Wahlrechts für 10 Jahre verurteilt worden.

Er hatte die politische Verantwortung für Scheinarbeit von Pariser Rathausangestellten übernommen, die in den 80er Jahren hauptberuflich für die konservative Partei RPR des amtierenden Präsidenten Jacques Chirac gearbeitet hatten. Zum damaligen Zeitpunkt gab es in Frankreich noch kein Gesetz zur Parteienfinanzierung. Juppé gilt aber als Chiracs Wunsch-Nachfolger im Amt des Staatspräsidenten. Eine Bestätigung des Urteils aus erster Instanz hätte für Juppés politische Karriere das Aus bedeutet. Durch die Reduzierung des Strafmaßes wegen Korruption auf 14 Monate Haft auf Bewährung und einem nur einjährigen Entzug des Wahlrechts kann Juppé sein Ziel weiterverfolgen: als Gegenkandidat zu Nicolas Sarkozy Nachfolger von Jacques Chirac als Präsident zu werden.