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Welt-AIDS-Tag: Fall China verweist vor allem auf Probleme der Diskriminierung

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Welt-AIDS-Tag: Fall China verweist vor allem auf Probleme der Diskriminierung

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Am heutigen Welt-AIDS-Tag rückt das Schicksal der weltweit etwa 37,5 Millionen mit dem HIV-Virus infizierten Menschen in den Mittelpunkt.

Das diesjährige Motto “Frauen, Mädchen, HIV und AIDS” lenkt die Aufmerksamkeit zusätzlich auf weibliche Erkrankte. In China versuchen freiwillige Aktivisten vor allem gegen Stigmatisierung und Diskriminierung der Opfer zu kämpfen. Oft sind es studentische Gruppierungen, die Hilfe leisten wollen – ihre Arbeit wird aber von staatlichen Stellen und chinesischer Polizei behindert. Auch wenn die Kommunistische Partei ihre AIDS-Politik zuletzt liberalisiert hat, erzählen AIDS-infizierte Frauen in China oft davon, “als Monster” behandelt zu werden. Die Aktivisten versuchen vor allem Aufklärungsarbeit zu leisten. Umfragen zeigen, dass nur 9 Prozent der rund 1,3 Milliarden Chinesen umfassend über AIDS informiert sind. Das wirkliche Ausmaß der Erkrankung in China ist unbekannt. Sicher ist nur, dass die von der Partei angegebene Zahl von 840.000 Fällen bei weitem untertrieben ist. Die Voruteile, die im Land grassieren, tragen zusätzlich zur Verzweiflung der AIDS-Kranken bei. Eine HIV-infizierte Mutter von zwei Söhnen etwa beging Selbstmord. Das Stigma, mit dem sie belastet war, soll dabei entscheidender gewesen sein als die eigentliche Krankheit.