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20 Jahre danach: die Katastrophe von Bhopal

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20 Jahre danach: die Katastrophe von Bhopal

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In Bhopal haben Angehörige und Opfer der größten Giftgaskatastrophe der Geschichte gedacht. Vor genau zwanzig Jahren starben 3.500 Menschen bei dem Unfall, der auch das Hiroschima der Chemieindustrie genannt wird. Die Zahl erhöhte sich später auf etwa 15.000. Die Verantwortlichen wurden nie belangt. Und so herrscht neben Trauer auch die Wut. Mit Plakaten wie “20 Jahre sind genug” und “Henkt Anderson” fordern Demonstranten Gerechtigkeit. Die US-Firma Union Carbide, heute ein Tochterunternehmen des US-Konzerns Dow Chemical betrieb die Fabrik für Unkrautvernichtungsmittel im zentralindischen Bhopal.

Ein Tank mit dem hochgiftigen Gas Methyl-Isozyanid explodierte, 40 Tonnen des tödlichen Gasgemisches strömten ins Freie. Seit dem Unfall verrottet der Betrieb, eine tickende Zeitbombe. Hochgiftiges Material, auf dem nackten Boden in morschen Säcken dort zurück gelassen, sickert unaufhörlich in den Boden. Warren Anderson, der Chef der Fabrik lebt unbehelligt in den USA. Die verheerende Wirkung das Giftes wurde 1984 nur all zu deutlich: Schätzungen zufolge leiden heute mehr als eine halbe Millionen Menschen unter den Folgen ihrer Vergiftung. Und es werden mehr. Denn in den umliegenden Dörfern wird das Trinkwasser für rund 20.000 Menschen aus Brunnen gepumpt. Wasser, das hoch kontaminiert ist. Die Folge: Krebs, Magen- und Hauterkrankungen. Doch die Menschen haben keine Alternative.