Eilmeldung

Eilmeldung

Russisches Mißfallen an westlicher Ukrainepolitik

Sie lesen gerade:

Russisches Mißfallen an westlicher Ukrainepolitik

Schriftgrösse Aa Aa

“Von Russland, dem Großen…” wird in der Hymne gesungen, die mit etwas anderem Text vom selben Autor auch schon Nationalhymne der Sowjetunion war. An jene Zeiten fühlt sich erinnert, wer die Kommentare des russischen Präsidenten zur Entwicklung in der Ukraine hört. Der Westen behandle die Staaten der früheren Sowjetunion fast wie ein Kolonialgebiet, so Putins Vorwurf. Und weiter erklärte er vom Staatsbesuch in Ankara aus, nur das Volk selber dürfe über die Entwicklung im eigenen Land entscheiden. Es könne zwar Vermittler geben, die dürften aber keinen Druck ausüben. Dabei warnte der russische Präsident, die Bürger der Ukraine könnten wie die Deutschen in “Ossis” und “Wessis” gespalten werden.

Ukraine – das ist ureigenste russische Einflusssphäre, betont Dimitri Trenin, Politologe beim Carnegie-Center in Moskau. Er befürchtet, Präsident Putin werde, wenn seine dortigen Interessen auf dem Spiel stehen, den Weg der Machtpolitik beschreiten. Und das werde ihn dann weder zu einem leichten noch zu einem flexiblen Partner machen – nicht für die USA und nicht für Europa.

Aus der von Putins Parteigängern dominierten Duma klingen eisige Töne nach Westen. Das russische Parlament hat eine Erklärung angenommen, in der Europa eine “destruktive Einmischung” in die ukrainische Präsidentenwahl vorgeworfen wird. Das werde negative Auswirkungen haben auch auf die internationale Gemeinschaft” Und Populist Schirinowski fühlt sich “beleidigt” von den Belehrungen aus Brüssel. In der liberalen Moskauer Zeitung “Nowaja Gasjeta” heißt es dazu: “Putin hat begonnen, das mühsam aufgebaute Vertrauen der Nachbarn in die Russische Politik zu zerstören.” Das könnte Russlands Rolle in der Welt ändern.