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Opfer von Madrider Anschlägen fühlen sich von Politik missbraucht

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Opfer von Madrider Anschlägen fühlen sich von Politik missbraucht

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In Spanien haben die Angehörigen der Opfer Terroranschlägen vom 11. März in Madrid ihren Unmut über die Politiker zum Ausdruck gebracht. Sie fühlen sich von den Volksvertretern zu parteipolitischen Zwecken missbraucht. Die Sprecherin der Opfer, Pilar Manjon, warf den Abgeordneten des Untersuchungsausschusses zu den Anschlägen vor, nur an sich gedacht zu haben.

Direkt an die Kommission gewandt sagte sie: “Sie haben sich auf das konzentriert was zwischen dem 11. und dem 14.März passierte – und das hat nichts mit den Interesse der Opfer zu tun. Wir wissen genau was geschah. Wir haben nach den Toten gesucht, um sie geweint, sie beerdigt und uns von ihnen verabschiedet.” Marjon, die bei den Anschlägen ein Kind verlor, forderte die Auflösung des Gremiums und Einberufung eines parteilich ungebundenen Ausschusses. Der zum Zeitpunkt der Anschläge amtierende Ministerpräsident Jose Maria Aznar und der heutige spanische Regierungschef Jose Luis Rodriguez Zapatero sagten beide bereits vor der Kommission aus. Über die politischen Folgen der Anschläge war eine Diskussion unter den Parteien entbrannt. Das konservative Lager warf den Sozialisten vor, nur dank der Terroranschläge die Wahlen am 14. März gewonnen zu haben. Die Linken ihrerseits beschuldigten Aznar, die Spanier über die Hintergründe der Attentate belogen zu haben. Unterdessen kündigte Zapatero an , einen hohen Kommissar für die Opfer einsetzen zu wollen. Bei den Anschlägen waren 191 Menschen getötet worden, mehr als 1.400 verletzt.