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Blairs Wahlkampf wird hart ohne Blunkett

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Blairs Wahlkampf wird hart ohne Blunkett

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Es war ein schlechter Tag für den britischen Premierminister. Nachdem seine Politik ohnehin heftiger Kritik ausgesetzt ist, hat er nun auch einen seiner besten Mitstreiter verloren. Die Zeit bis zu den im Frühjahr geplanten Wahlen wird äußerst knapp. Eigentlich könnte Blair mit den Wahlen bis 2006 warten, doch die Tradition will es, dass er das Unterhaus vorher auflöst. Nun hat er ein Problem: Im Wahlkampf wird es auch um den Kampf gegen den Terrorismus gehen – ein Gebiet auf dem Blunkett ein Ass war. “Er meinte, das was er sagte. Das hat der Regierung Blair viele Pluspunkte gebracht. Sie sind unersetzlich”, so der politische Analyst John Kampfner.

Blind seit seiner Geburt, Sohn eines Arbeiters, Waise seit seinem zwölften Lebensjahr, machte Blunkett all diese Nachteile seiner Behinderung und Herkunft durch seine brillante Karriere wieder wett. Sie führte ihn 1997 bis in die Regierung, zunächst als Erziehungs- und dann als Innenminister. Die Klarheit seiner Worte und seine Entschlossenheit trugen ihm die Achtung der Opposition sowie Gegner in den eigenen Reihen ein. Vor einigen Tagen erst war eine Biographie Blunketts erschienen, in denen er zur großen Genugtuung der Konservativen mit harten Worten gegenüber den eigenen Kabinettskollegen nicht sparte. David Davies, der Innenminister des Schattenkabinetts der Konservativen, ist der Meinung, dass der Rücktritt für Blair zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt kommt. Alles sei bereits für die Wahlen vorbereitet gewesen. Für Charles Clark, den Nachfolger im Amt Blunketts, werde das keine leichte Aufgabe sein. In dieser Legislaturperiode, so spekulierten bereits britische Medien, werde es für Blair nicht möglich sein, den Ausnahmepolitiker zurück ins Kabinett zu holen. Nach einem Wahlsieg aber könnte er ihm durchaus eine zweite Chance geben.