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Brüssel: Gedenken an Armenien-Massaker

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Brüssel: Gedenken an Armenien-Massaker

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In Brüssel erinnerten Demonstranten an die Leiden des armenischen Volkes, die mit dem Auftritt der Türkei als potentielles EU-Mitglied neue Aktualität bekommen.

Armenien, zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein ausgedehntes christliches Land zwischen dem Osmanischen Reich und Russland, wurde 1915 von türkischen Truppen angegriffen. Hunderttausende kamen um. Heute hat Armenien rund drei Millionen Einwohner. Es ist eines der ärmsten Länder der Welt mit fast 80 Prozent Arbeitslosen. Starke Emigrantengruppen existieren in Frankreich und in den Vereinigten Staaten. In der Türkei, heute ein laizistischer Staat, kommen die Ereignisse von 1915 weder in der öffentlichen Diskussion vor noch in Schulbüchern. Ob Massaker oder Völkermord – das ist für Professor Robert Anciaux von der freien Universität Brüssel eine reine Frage der Wortwahl. Die Fakten blieben die gleichen, so der Mittelost-Experte. “Es gab mindestens eine Million Tote, das ist sicher. Das Problem ist, dass die Türkei anerkennen muss, dass es ein Massaker gegeben hat an den Armeniern.” Die Massaker zu Zeiten des Ersten Weltkriegs und vor allem ihre Nichtbeachtung durch die Weltöffentlichkeit wurden von den Nationalsozialisten mit grossem Interesse verfolgt.