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Türkei-Entscheidung läßt viele Fragen offen

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Türkei-Entscheidung läßt viele Fragen offen

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In der Türkei ist die geplante Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union am 3. Oktober 2005 mit großem Beifall aufgenommen worden. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wurde von der Presse im eigenen Land für die historische Verhandlungslösung gefeiert. Der gefundene Kompromiss, die Zollunion mit den zehn in diesem Jahr aufgenommenen Mitgliedsstaaten erst zu einem späteren Zeitpunkt anzuerkennen, hatte den Streit über die Zypernfrage entschärft. Eine sofortige Anerkennung Zypern hätte Erdogan innenpolitisch nicht vermitteln können. Die Europäische Union und die Türkei spielen deshalb auf Zeit.

Erdogan sagte nach dem zweitägigen Gipfeltreffen in Brüssel, die Europäische Union könnte mit der Türkei als Mitglied beträchtlich zum Frieden in der Welt beitragen. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder erklärte, er glaube nicht, dass die Zypernfrage zu einem Dauerärgernis in den Beziehungen zur Türkei werde. Sein österreichischer Amtskollege Wolfgang Schüssel kündigte aber an, eine Volksabstimmung zum EU-Beitritt der Türkei abhalten zu wollen. Denn in seinem Land überwiegt die Skepis in der Bevölkerung, ein muslimisches Land in die Gemeinschaft aufzunehmen. Der britische Premierminister Tony Blair sagte, diejenigen, die einen fundamentalen Kampf der christlichen und muslimischen Kulturen fürchten, liegen falsch. Der mögliche EU-Beitritt der Türkei sei ein Zeichen, dass eine Zusammenarbeit und ein friedliches Miteinander möglich sei.(Auch die USA begrüßten die Vereinbarung als positiven Impuls für Fortschritt und Demokratisierung.)