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Türkei: Prozess gegen "Kalifen von Köln" vertagt

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Türkei: Prozess gegen "Kalifen von Köln" vertagt

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In Istanbul ist der Prozess gegen den Islamistenführer Metin Kaplan nach dem Auftakt vertagt worden. Die Verhandlung soll Anfang April wieder aufgenommen werden, wenn in der Türkei die neue Strafrechtsreform in Kraft getreten ist. Der selbsternannte “Kalif von Köln”, der vor gut zwei Monaten aus Deutschland abgeschoben worden war, wies in seiner Verteidigungsrede alle Terrorismusvorwürfe gegen ihn zurück. Er habe keinen gewaltsamen Umsturzversuch gegen die türkische Regierung geplant. Zwar räumte er ein, dass für ihn der islamische Glaube ein ganz bestimmtes Staatsverständnis beinhalte. Er habe aber nicht versucht, dies mit Gewalt durchzusetzen.

Für den Hochverrats-Prozess wurden insgesamt 13 Verfahren gebündelt, die in der Türkei gegen Kaplan eingeleitet worden waren. Dem 52jährigen droht eine lebenslange Haftstrafe. Neben Volksverhetzung und der Leitung einer terroristischen Vereinigung wirft die Staatsanwaltschaft ihm vor, als Chef seiner Organisation “Kalifatstaat” Gewalttaten in der Türkei geplant zu haben. So soll Kaplan 1998 den Befehl gegeben haben, am Nationalfeiertag einen Anschlag auf das Atatürk-Mausoleum in Ankara zu verüben. In Deutschland hatte Kaplan eine vierjährige Haftstrafe verbüßt – wegen eines Mordaufrufs, dem ein politischer Konkurrent zum Opfer gefallen war.