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Wer hat Juganskneftegas wirklich gekauft?

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Wer hat Juganskneftegas wirklich gekauft?

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Rätselraten in Russland: Noch immer ist nicht klar, wer hinter der Baikal-Gruppe steht, die Juganskneftegas ersteigert hat, den Hauptförderbetrieb des angeschlagenen russischen Ölkonzerns Jukos. Zwei Varianten scheinen Beobachtern wahrscheinlich:

1. Die Baikal-Gruppe ist eine Strohfirma des offziell unterlegenen Energiekonzerns Gasprom. 2. Konkurrent Surgutneftegas steckt dahinter Die Analysten in Moskau spekulieren ähnlich: Die allgemeine Meinung am Markt sei, dass diese Gruppe aufgrund des Urteils aus Amerika gegründet wurde, zum Einen, um die Auktion wie geplant durchführen zu können, weil es schlecht für die russische Regierung wäre, eine solche Autkion zu verschieben, und zum Anderen, um dem potentiellen Nutzniesser Gazprom oder Surgutneftegaz die Möglichkeit zu geben, zu gewinnen.

Vergangene Woche hatte ein US-Gericht geurteilt, die Versteigerung müsse verschoben werden. Die russichen Behörden sahen sich jedoch nicht an dieses Urteil gebunden. Nicht zuletzt deswegen entstand auch das Gerücht, der Kreml könnte seine Finger mit im Spiel haben. Sollte nämlich der Gewinner der Auktion den Kaufpreis von rund sieben Milliarden Dollar nicht binnen zwei Wochen zahlen, geht Juganskneftegas an den Staat. Der bisherige Hauptaktionär von Jukos, die Finanzholding Menatep, verklagte den Käufer inzwischen, weil das Vorgehen gegen Jukos nicht rechtmässig sei.Der frühere Vorstandschef Michail Chodorkowski, kritisierte den russischen Staat scharf für die Zerschlagung des Konzerns: Er habe das effektivste russische Ölunternehmen vernichtet, ließ Chodorkowski aus einem Moskauer Gefängnis mitteilen.