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Wahlkampf-Endspurt in der Ukraine

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Wahlkampf-Endspurt in der Ukraine

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Vor der Wiederholung der Stichwahl am zweiten Weihnachtsfeiertag gaben die beiden Kontrahenten Viktor Janukowitsch und Viktor Juschtschenko noch einmal alles, um Wählerstimmen für sich zu gewinnen. Der beurlaubte Ministerpräsident Janukowitsch rief seinen Anhängern in Vinnytsia, in der Zentralukraine zu: “Wir werden dieses Land regieren -ist das so?” – überzeugt von seinem Wahlsieg.

Besonders im Osten und im Süden des Landes dürfte der als pro-russisch geltende Regierungskandidat Janukowitsch am Sonntag viele Stimmen bekommen, dort lebt ein Großteil der russischen Minderheit des Landes. Die Einwohner im Westen und der Hauptstadt Kiew hingegen unterstützen mehrheitlich den Oppositionskandidaten Viktor Juschtschenko. Inzwischen harren einige von ihnen bereits über einen Monat in den Straßen der Hauptstadt aus, um den von ihnen erhofften Wahlsieg feiern zu können. Den Umfragen zufolge dürfte sich die von ihnen vorangetriebene “orangene Revolution” gelohnt haben: Demnach soll Juschtschenko bis zu 12 Prozent vor seinem politischen Gegner liegen. In seiner letzten Pressekonferenz zeigte sich der Oppositionskandidat auch dementsprechend optimistisch, als Sieger aus der erneuten Stichwahl hervorzugehen. Er betonte außerdem erneut, sich für die Einheit des Landes einsetzen zu wollen. Die erste Stichwahl vom 21. November wurde nach Massenprotesten vom Obersten Gericht für ungültig erklärt. Es hatte massive Wahlfälschung festgestellt. Die jetzt anstehende Wahl wird von 12.500 internationalen Wahlbeobachtern kontrolliert werden, unter anderem von der OSCE, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa. Die EU rief zu einer fairen Wiederholung der Wahl auf. Die Art, wie diese ablaufe, werde den Rahmen für zukünftige Beziehungen setzen.