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Abbas eröffnet Wahlkampf in den Palästinensergebieten

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Abbas eröffnet Wahlkampf in den Palästinensergebieten

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Nach der Wahl ist vor der Wahl! Nachdem die Palästinenser im Westjordanland am Donnerstag ihre Städte- und Gemeinderäte wählten, war an diesem Samstag Wahlkampf-Auftakt für die Präsidentschaftswahl am 9. Januar. Der aussichtsreichste Kandidat, PLO-Chef Mahmoud Abbas, forderte in Ramallah das Ende der israelischen Besatzung. Außerdem setzte er sich für die Freilassung politischer Gefangener ein – unter anderem von Marwan Barghouti, dessen Frau ebenfalls an der Wahlkampfveranstaltung teilnahm. Der bei den Palästinensern äußerst beliebte Barghouti hatte seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl nach langem Hin und Her zurückgezogen. Dadurch stiegen die Chancen für Abbas, zum Nachfolger Yassir Arafats gewählt zu werden, beträchtlich an. Bereits gestern hatte der 69jährige seinen Anspruch auf da Amt symbolisch unterstrichen, als er Arafats Platz bei der Weihnachtsmesse in Betlehem einnahm. Der im November gestorbene Palästinenserpräsident hatte in den letzten drei Jahren nicht teilnehmen können, weil er von der israelischen Armee in seinem Amtssitz festgehalten wurde.

Insgesamt bewerben sich sieben Kandidaten um das Präsidentenamt. Neben dem von der Fatah-Bewegung nominierten Abbas tritt auch der palästinensische Menschenrechtler Mustafa Barghouti an, ein entfernter Verwandter von Marwan Barghouti, sowie Bassam Salhi, der Kandidat der ehemals kommunistischen, nun links-orientierten palästinensischen Volkspartei.