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Sitzstreik gegen Räumung jüdischer Siedlungen

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Sitzstreik gegen Räumung jüdischer Siedlungen

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Kurz nach der Neubildung der Regierungskoalition in Israel steht Ministerpräsident Ariel Scharon vor neuen Problemen: Vor dem Parlamentsgebäude in Jerusalem begannen Demonstranten am Montag mit einem Sitzstreik. Sie protestieren gegen den von Scharon geplanten Abzug jüdischer Siedlungen aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland. Hunderte richteten sich auf einen langen Streik ein und bauten Zelte auf. Sie wollen dort ausharren, bis eine Volksbefragung zu den Rückzugsplänen durchgeführt oder vorgezogenen Neuwahlen organisiert werden.

Im Westjordanland kam es in der Nähe von Nablus zu Ausschreitungen, als die israelische Polizei einen nicht-genehmigten Siedlungsposten räumte. Die Truppen zerstörten zwei Wohncontainer. Die israelische Regierung macht Unterschiede zwischen genehmigten und nicht-genehmigten Siedlungen, die internationale Gemeinschaft jedoch nicht. Für sie sind alle Kolonien auf palästinensischem Gebiet illegal. Nach Meinung des israelischen Vize-Verteidigungsministers Seew Boim könnte es für Scharon schlecht aussehen, wenn die Soldaten massenhaft den Räumungsbefehl verweigerten. Dies könnte der Funktionsfähigkeit der Armee derart schaden, dass ein Abzug unmöglich würde, sagte er in einem Radiointerview.