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Steigende Spannung im Übernahmepoker um die London Stock Exchange

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Steigende Spannung im Übernahmepoker um die London Stock Exchange

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Zum drittenmal reiste der Chef der Deutschen Börse, Werner Seifert, heute nach London, um seine Londoner Kollegin Clara Furse von seinem Übernahmeangebot zu überzeugen. London hatte das erste Angebot vom Dezember abgelehnt – 1,9 Milliarden Dollar seien zu wenig.

Nun legt Seifert offenbar nach. Aus Verhandlungskreisen sickerte durch, dass die Leitung ver weltgrössten Terminbörse Eurex von Frankfurt nach London verlegt werden könnte. Eurex wird von der Deutschen Börse gemeinsam mit dem Schweizer Handelsplatz betrieben. In dem Fall rechnet die Branche auch mit der Verlegung des klassischen Wertpapiergeschäfts. Nach Marktkapitalisation ist die London Stock Exchange die grösste Börse Europas. Die Frankfurter Börse ist Nummer drei, hinter Euronext – einem Zusammenschluss der Börsen in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon. Euronext will nun auch ins Rennen gehen – mit einem wahrscheinlich einmaligen Angebot in bar. Euronext und die London Stock Exchange verhandeln morgen – meldet die Financial Times. Euronext verfügt über rund 200 Millionen Euro Barreserve, die Kriegskasse der Deutschen Börse ist mehr als doppelt so dick. Im Lauf der Übernahme-Verhandlungen seit Mitte Dezember verteuerte sich die Aktie der London Stock Exchange um rund 10 Prozent.