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Palästinenser wählen Arafat-Nachfolger

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Palästinenser wählen Arafat-Nachfolger

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Die Wahl des neuen Palästinenserpräsidenten ist im Großen und Ganzen ruhig, aber zunächst mit recht geringer Beteiligung verlaufen. Für Mahmud Abbas, den voraussichtlichen Sieger, ist eine hohe Beteiligung wichtig, um seine legitime Wahl zu belegen. Der Menschenrechtler Mustafa Barghuti gilt als einzig ernst zu nehmender Konkurrent für den PLO-Chef.

Bis zum Nachmittag hatten sich nach Angaben der zentralen Wahlkommission nur zwischen 25 und 30 Prozent der Stimmberechtigten an die Urnen begeben. 1,8 Millionen Palästinenser können an dem Votum teilnehmen, doch sind nicht alle in den Wahllisten registriert. Dadurch soll es in einigen Fällen zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. Außerdem hatten die radikalen Bewegungen Hamas und Islamischer Dschihad zum Boykott aufgerufen. Weiterhin ließ die israelische Armee nach Überzeugung der Wahlkommission entgegen den Abmachungen nicht alle Palästinenser an den Kontrollpunkten und Übergängen zu den Autonomiegebieten durch. Nach ersten Kommentaren der Wahlbeobachter hielten die Soldaten die Checkpoints zwar weitgehend offen. Dennoch wurde die Schließung der Wahllokale um zwei Stunden nach hinten verschoben, um allen Palästinensern die Stimmabgabe zu ermöglichen. Etwa 800 internationale Beobachter überwachten die Wahl. Sie stellten zunächst einen weitgehend korrekten Verlauf fest. Das Votum besiegelt das Ende der Ära Arafat. Dessen Nachfolger wird für vier Jahre gewählt. Einer der prominentesten Wahlbeobachter, der frühere US-Präsident und Friedensnobelpreisträger Jimmy Carter, konnte im übrigen direkt bei Ariel Scharon anrufen, falls Israels Soldaten Wähler behindern – und tat dies auch mehrmals im Laufe des Tages.