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Vermisstensuche in Massengräbern

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Vermisstensuche in Massengräbern

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Identifizierungsexperten von Interpol unterstützen in Thailand inzwischen die Suche nach Vermissten der Tsunami-Katastrophe. Tausende Todesopfer wurden nach der Flut aus Furcht vor Seuchen hastig in Massengräbern verscharrt, die nach dem Voranschreiten der Rettungsarbeiten nun exhumiert werden, um die Leichen zu identifizieren. Denn in den Grabstätten sollen sich viele der rund 3.700 noch vermissten Thailänder und Touristen befinden. Mehr als 5.300 Menschen wurden in Thailand bereits offiziell als Tod registriert.

60 Interpol-Fahnder haben auf der Insel Phuket ihr nach eigenen Angaben bislang größtes Zentrum für die Identifikation von Katastrophenopfern errichtet. Ärzte, Gerichtsmediziner und Kriminalbeamte arbeiten dabei Hand in Hand, um die Identität ausländischer wie einheimischer Todesopfer gleichermaßen festzustellen. Nach Angaben des Interpol-Fahnders Mark Branchflower geben die Zähne der Opfer erste Hinweise. “Es werden die Gebissabdrücke der Verstorbenen mit den Patientendateien der Vermissten verglichen. Darüber hinaus gleichen wir hier die Fingerabdrücke ab. Bislang haben wir rund 400 Fingerabdrücke von den verschiedenen Grabstätten erhalten. In den nächsten Tagen werden wir sie nach Anhaltspunkten durchforsten”, sagte Branchflower. Auch Gewebeproben würden entnommen, um anhand des genetischen Fingerabdrucks die Identität der Opfer festzustellen. Die Interpol-Fahnder rechnen damit, dass die Identifizierung aller gefundenen Opfer länger als ein halbes Jahr dauern wird. Aber es gilt als sicher, dass einige der Vermissten wohl nie mehr gefunden werden.