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US-Soldat wegen Misshandlungen in Abu Ghraib schuldig gesprochen

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US-Soldat wegen Misshandlungen in Abu Ghraib schuldig gesprochen

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Wegen der Misshandlung irakischer Gefangener im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib hat ein US-Militärgericht den Soldaten Charles Graner in neun von zehn Anklagepunkten schuldig gesprochen. Der 36jährige war wegen Körperverletzung, unzüchtigen Handlungen und Pflichtversäumnis angeklagt. Er gilt als Rädelsführer einer Gruppe von Wachleuten, die ihre Misshandlungen zum Teil auf Video und auf Fotos dokumentiert hatten. Die Bilder sorgten weltweit für Aufsehen. Über das Strafmaß entscheidet ein getrenntes Verfahren. Graner droht eine Haftstrafe von bis zu 17 Jahren und sechs Monaten. Die Verteidigung hatte in dem Prozess in Ford Hood im US-Bundestaat Texas argumentiert, Graner hätte unter erheblichem Druck von Seiten der Geheimdienste gestanden, die Gefangenen für Verhöre gefügig zu machen. Die Ankläger erklärten dagegen, es gebe für das Verhalten des Reservisten keinerlei Rechtfertigung. Zwei weitere US-Soldaten müssen sich noch wegen der gleichen Vorwürfe vor Gericht verantworten – darunter ist Lynndie England, die im vergangenen Herbst ein Kind zur Welt brachte, dessen Vater Charles Graner sein soll.