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Iran im Visier von Bush?

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Iran im Visier von Bush?

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Der Irak-Krieg wird immer ungewinnbarer , da plant die Bush-Administration schon die kommenden Kriege. “ The coming wars “. So steht es in der angesehenen Zeitung The New Yorker. Seymour Hersh, der schon den Folter-Skandal von Abu-Grahib enthüllte, kommentiert das erschreckende Ergebnis seiner Recherchen mit den Worten: “Was ich herausgefunden habe, ist ganz einfach, dass seit dem vergangenen Sommer bereits geheime Erkundungsoperationen im Iran laufen, um Informationen zu sammeln über das dortige Atomwaffenprogramm.”

Laut Hersh haben die US-Spezialeinheiten versucht, rund drei Dutzend chemische und nukleare Anlagen sowie Raketenabschussbasen auszuforschen. Dabei nutzten die Spione den Landweg von Pakistan aus, um Ziele für mögliche Bombenangriffe zu identifizieren. Vor zwei Jahren ordnete Präsident Bush den Iran neben Nord-Korea der Achse des Bösen zu. Bush wörtlich : “ Nordkorea ist ein mit Raketen und Massenvernichtungswaffen ausgerüstetes Regime. Iran rüstet aggressiv seine Waffen und exportiert Terror, während das unterdrückte iranische Volk auf Freiheit hofft. Staaten wie diese bilden mit ihren Terroristen die ‘Achse des Bösen’”. In der Bush-Administration glaube man ernsthaft, einem US-Angriff auf Atomanlagen könnte ein Volksaufstand gegen die Mullahs folgen, hat Journalist Hersh bei seinen Interviews zu hören bekommen. Als ob man in Washington schon die einschlägige Fehleinschätzung in Bezug auf Irak vergessen hat!

Hersh sagt: “ Dieser Präsident denkt, er werde am Ende die Oberhand behalten, betrachtet das Irakproblem als Kleinigkeit. Das Timing für Iran ist offensichtlich sehr genau gewählt.” Gefragt, ob dies die Fortsetzung der Politik von der ‘Achse des Bösen’ sei, antwortet Hersh :” Ja, das denke ich. Er hat wohl so etwas wie eine Liste.” Die Bemühungen der Europäer, Iran auf dem Verhandlungswege vom Atomprogramm weg zu bekommen, werden nach den Informationen von Hersh in Washington nur belächelt. Solange die USA da nicht mitmachen, bleiben die Europäer in einer ‘lose-lose-position’, zitiert Hersh einen Kenner der Szene.